Bootstour Friesland
vom 08.06. bis 15.06.2018

Inhaltsverzeichnis

Donnerstag, 07.06.2018  -  Prolog in Rotterdam

Freitag, 08.06.2018  -  Übernahme des Bootes in Terherne

Samstag, 09.06.2018  -  Terherne - nördlich von Grou

Sonntag, 10.06.2018  -  Nördlich von Grou - nördlich von Leeuwarden

Montag, 11.06.2018  -  Nördlich von Leeuwarden - nördlich von Zwaagwesteinde

Dienstag, 12.06.2018  -  Nördlich von Zwaagwesteinde - Burgum - Pricenhof

Mittwoch, 13.06.2018  -  Pricenhof - Akkrum - Joure - Langwarder Wielen

Donnerstag, 14.06.2018  -  Langwarder Wielen - IJlst - Terherne


Donnerstag, 07.06.2018  -  Prolog in Rotterdam

Weil ich am Freitag, 08.06. schon am frühen Nachmittag zur Bootsübername in Terherne sein soll und nicht mitten in der Nacht aufstehen will, habe ich die Hinreise auf zwei Tage verteilt. Dazu bin ich gestern via Basel - Frankfurt - Utrecht nach Rotterdam gereist. Da ich vorher noch nie in Rotterdam war, habe ich gleich zwei Übernachtungen und dazwischen einen Sightseeing-Tag (heute) in Rotterdam eingeplant.

Als erstes ist eine Hafenrundfahrt mit einem Spido-Boot auf dem Programm (Spido ist der Name der Gesellschaft, die diese Rundfahrten durchführt).

Spido-Boot für die Hafenrundfahrt

Erasmusbrug (Hebebrücke mit 2 Tramspuren, 4 Strassenspuren,
2 Velospuren und 2 Trottoirs)

Gleich neben der Erasmusbrug liegt die AIDA perla.
Das ist ein erst zweijähriges, 300 Meter langes Kreuzfahrt-Schiff.

Container-Umschlagsplatz

Container-Schiff Bomar Calais

Dampfschiff Rotterdam.
Dies ist das grösste jemals in den Niederlanden gebaute Passagierschiff.
Heute dient es als Museums- und Hotelschiff.

Anschliessend mache ich eine Stadtrundfahrt mit dem historischen Tram 10.

Historisches Tram 10 für Stadt-Rundfahrten

Unterwegs müssen wir vor einer gehobenen Brücke warten.

Dann bin ich auch noch etwas zu Fuss unterwegs.

Wieder eine gehobene Brücke.
Das Warten vor solchen gehört hier scheinbar zur Tagesordnung wie bei uns vor dem Bahnübergang.

Fahrleitung des Trams kurz vor der End-Position beim Schliessen

Auf die Teilnahme an einer Segway-Tour verzichte ich. Das ist mir zu teuer.

Auch bei einer Tour mit dem Amphibien-Fahrzeug mache ich nicht mit. An einem
einzigen Tag kann man nicht alles machen, was in Rotterdam angeboten wird.

Hingegen auf den Euromast will ich schon. Das ist ein 180 Meter hoher Aussichtsturm. Von der grossen Plattform etwa in der Mitte geht es mit einer rotierenden Gondel bis ganz nach oben. Auf dem Bild erkennt man vor dem Euromast eine der beiden Ventilations-Stationen des Maastunnels.

Blick vom Euromast gegen Osten. Im Zentrum des Bildes sieht man die Erasmusbrug.

Blick vom Euromast in den Het Park.

Blick vom Euromast gegen Süden. Unten erkennt man die Einfahrt in den Maas-Tunnel und oben im Bild wieder das Dampfschiff Rotterdam.

Blick vom Euromast gegen Süd-Westen mit schwimmendem Hotel "New Ocean Paradise" (grün-braunes Gebäude)

Rundsicht vom Euromast

Ja, hier lebe ich auf grossem Fuss

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Freitag, 08.06.2018  -  Übernahme des Bootes in Terherne

Heute reise ich von Rotterdam nach Terherne (oder Terhorne auf friesisch). Die Reise dauert 3 Stunden und 5 Minuten. Es ist eine Etappe mit dem Intercity (Rotterdam bis Heerenveen, 2.5 Stunden) und dann noch zwei kurze Bus-Etappen von Heerenveen über Joure nach Terherne. Leider regnet es auf der ganzen Strecke.

Die Basis von Centerpoint Charters ist leicht zu finden. Zum Glück regnet es nur noch leicht. Weil ich eine Stunde zu früh bin, muss ich noch etwas warten. Als es dann soweit ist - ich bin noch am überlegen, ob ich deutsch oder englisch sprechen soll - werde ich von der Empfangsdame auf schweizerdeutsch angesprochen.

Das Büro von Centerpoint-Charters

Die Formalitäten sind schnell erledigt und ich kann mein Boot, eine Boekanier 30, um ca. 15:45 betreten. Auch die Einweisung durch den Mechaniker verläuft speditiv und um ca. 16:30 bin ich allein auf meinem Boot und könnte theoretisch abfahren. Erst will ich aber Lebensmittel für ein paar Tage einkaufen, den Koffer auspacken und meine Habseligkeiten sauber verstauen. Das dauert eine Weile und weil es immer noch regnet, beschliesse ich, für diese Nacht im Hafen von Ternherne zu bleiben und erst morgen abzufahren.

Das Boot ist eine Boekanier 30. Die 30 hinter dem Namen bedeutet, dass das Boot ca. 30 Fuss lang ist. In metrischen Einheiten ausgedrückt: Es ist 9.25 Meter lang, 3.66 Meter breit, hat einen Tiefgang von 1.00 Meter und die Höhe über dem Wasserspiegel ist 2.15 Meter.

Meine Boekanier 30 von hinten

Von vorne

Das ist der Kommandoraum.
Komisch, das Steuer ist auf der Backbord- und nicht auf der Steuerbordseite
und der Backofen ist hier nicht auf der Backbordseite, sondern es gibt gar keinen.

Der Salon

Der Salon

Die Küche

Die Küche

Das Schlafzimmer

Das Schlafzimmer

Weil ich ja heute noch nicht gefahren bin, kann ich über die Fahreigenschaften des Bootes noch nichts sagen. Aber es ist in einem sauberen und optisch ansprechenden Zustand. Die Inneneinrichtung ist praktisch und es gibt eine Menge Stauraum und viel Platz. Das ist natürlich auch darauf zurückzuführen, dass ich allein auf dem Boot bin, das normalerweise von 2-3 Peronen belegt ist.

Ich bin schon intensiv am geniessen. Für morgen ist schöneres Wetter und wieder etwas wärmer vorausgesagt. Hoffentlich trifft es auch zu.

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Samstag, 09.06.2018  -  Terherne - nördlich von Grou

Anders als ich mich von den französischen Hausbooten gewohnt bin, hat dieses Boot eine dicke, bequeme Matratze (etwa drei mal so dick wie in Frankreich üblich). Ich habe herrlich geschlafen und freue mich schon auf diesen ersten Fahrtag meiner Bootstour.

Jetzt geht's auf die Strecke. Bis zur Mittagspause fahre ich auf dem Prinses Margriet Kanal bis nach Grou. Das Boot macht auch beim Fahren einen sehr guten Eindruck. Ich bin zufrieden.

Überrascht bin ich vom sehr starken Verkehr auf dem Prinses Margriet Kanal. Es herrscht hier nebst regem Verkehr von Jachten und Hausbooten auch sehr viel Frachtverkehr mit zum Teil sehr grossen Töndern. Langweilig war es bis jetzt keine Sekunde.

Auf dem Prinses Margriet Kanal

Wenn man so langsam ist wie ich, wird man auch beim Kreuzen noch überholt.

Auch wenn diese Brücke geschlossen wäre, könnte ich durch.

Dies ist eine Drehbrücke für eine doppelspurige Bahnlinie. Auf der Brücke gibt es keine Fahrleitung, aber die Pantographen werden nicht eingezogen, sondern verbleiben während der Überfahrt auf der Höhe des Fahrdrahtes vor der Brücke. Das Bild wurde aus der Ferne aufgenommen und dann stark vergrössert. Deshalb ist es unscharf.

Es wundert mich, dass das mit dem nur leicht nach oben gebogenen Fahrdraht funktioniert. Nach meinem Gefühl müssten sich hier dauernd die Pantographen verheddern. Ich habe nur eine Zugsdurchfahrt beobachtet und da hat es funktioniert. Das war aber wahrscheinlich eine Ausnahme 😀.

Auf dem Prinses Margriet Kanal.
Dieser freche Siech in seinem Monsterboot hat mich doch glatt überholt.

Auf dem Prinses Margriet Kanal

In Grou

In Grou

Jetzt habe ich Mittagspause in Grou. Das Wetter ist wieder recht schön mit angenehmer Temperatur. Jetzt will ich mit dem Velo noch ins Dorf.

Grou

Grou

Zurück vom Dorf. Hat mir gefallen und ein paar weitere Einkäufe sind auch getätigt.

Wenn nur ein Türflügel geöffnet ist, komme ich da mit dem besten Willen nicht durch.
Also ist die Türe zu schmal (andere Interpretationen ausdrücklich unerwünscht).

Hier gibt es sogar Rivella grün aus Zwitserland

Zur Weiterfahrt zweige ich ab von Prinses Margriet Kanal und benütze einen kleineren Kanal, der via Wergea nach Leeuarden führt. Den Namen des Kanals zu nennen, macht hier kaum Sinn, da dieser alle paar Kilometer wechselt.

Kurz nach Grou im Neare Galle Kanal

An einem Marrekrite Liegeplatz mache ich fest, um mich von den Strapazen des Tages zu erholen 🤪 und die Nacht zu verbringen.

Hier will ich übernachten

Dies ist ein Marrekrite-Liegeplatz. Marrekrite ist eine Organisation, die die touristische Infrakstruktur Frieslands unterhält. Hier darf man gratis bis zu drei Tage liegen.

Mit dem Marrekrite-Wimpel (oranger Wimpel am Boot) outet man sich als Sponsor und ist hier bestimmt ganz besonders gern gesehen.

Unter Null. Nein, nicht die Temperatur. ICH bin unter null, und zwar seit ich gestern Abend das Boot übernommen habe. Nur wenn ich auf den Rand des Bootes stehe, guckt mein Kopf knapp über das Meer hinaus. Ja, alle Wasserwege, die ich bis jetzt befahren habe, befinden sich drei Meter unter dem Meeresspiegel.

Übersicht über die heute gefahrene Etappe

Der Start ist beim mit 0 bezeichneten und das Ziel beim mit 1 bezeichneten Kreis.
Die gefahrene Route ist mit roten Punkten markiert.

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Sonntag, 10.06.2018  -  Nördlich von Grou - nördlich von Leeuwarden

Das war jetzt schon die zweite Nacht ca. zwei Meter unter dem Meeresspiegel. Das bekommt mir scheinbar gut, denn ich habe wiederum herrlich geschlafen. Die Ruhe hier und das super Bett haben natürlich auch dazu beigetragen.

Ich starte die heutige Fahrt Richtung Norden. Das nahegelegene, kleine Dorf Wergea mit einer niedrigen Brücke im Zentrum kann man leicht umfahren. Bald kommt Leeuwarden (auf friesisch Ljouwert). Das ist eine ziemlich grosse Stadt und ist auch die Hauptstadt der Provinz Friesland. Ich könnte die Stadt auf einer ziemlich direkten Route östlich umfahren, aber dann sehe ich ja nichts davon. Ich nehme also einen Umweg ziemlich weit nach Westen in kauf. Zuerst mache ich aber eine kurze Pause im östlichen Passantenhafen und fahre mit dem Velo bis zum Bahnhof und zu einem nahegelegenen Supermarkt zum Einkaufen (hat am Sonntag offen) und wieder zurück.

Auf der Zufahrt zum östlich gelegenen Passantenhafen

Leeuwarden, mit dem Velo unterwegs zum Bahnhof

Bei der Ausfahrt vom östlich gelegenen Passantenhafen

Bei der Ausfahrt aus dem östlichen Passantenhafen sehe ich eine Sportart, die ich vorher noch nie gesehen hatte. Ich weiss nicht wie die Sportart heisst, aber ich nenne sie hier mal Kajak-Ball.

Kajak-Ball

Den westlichen Stadtteil will ich mit dem Boot durchfahren. Dazu muss ich südlich der Stadt ziemlich weit dem Van Harinxma Kanal Richtung Westen folgen.

Am Van Harinxma Kanal

Wiederum eine Eisenbahn-Drehbrücke. Im Gegensatz zu der gestrigen ...

... ist hier der drehbare Teil mit Fahrleitungen ausgerüstet.

Am Van Harinxma Kanal

Die Slauerhoffbrug hat eine unübliche Bauweise.
Die anzuhebende, quadratische Plattform mit dem Strassenbelag drauf
wird aus einem Winkel von 45° an einer Ecke angehoben.

Das sieht ziemlich komisch aus, wenn ein riesiges, quadratisches
Stück Strasse hoch oben in der Luft auf der Ecke steht.

Nach der Slauerhoffbrug ist man in der Stadt. Man durchquert den westlichen Stadtteil auf der Westerstads Gracht und später auf der Noorderstads Gracht. Bisher musste noch keine Brücke wegen mir geöffnet werden, weil ich mit meinem niedrigen Boot (2.15 Meter über Wasser) unter den meisten Brücken durchschlüpfen kann. Das ändert sich jetzt aber. Bei der Durchfahrt durch diesen Stadtteil kommen nun 5 Brücken, die auch für mich zu niedrig sind und deshalb vor der Durchfahrt aufgezogen werden müssen. Das ist nicht gratis, sondern kostet EUR 7.00, die bei der zweiten dieser Brücken zu entrichten sind.

Hier wird die Brückengebühr von EUR 7.00 fällig. Einkassiert wird das Geld indem der Brückenwärter einen Holzschuh an einer Schnur (wie an einer Angel) herunterlässt. Man muss nun das Geld abgezählt in diesem Schuh deponieren.

Westerstads Gracht

Noorderstads Gracht

Noorderstads Gracht

Eebrug

Die Eebrug ist die letzte dieser fünf niedrigen Brücken. Zugleich ist es für mich auch die letzte Brücke des Tages. Ich fahre noch etwa eine Stunde auf dem (oder der) Dokkumer Ie (komischer Name), bis ich wieder an einem Marrekrite Liegeplatz festmache um die Nacht (wiederum unter dem Meer) zu verbringen.

Am Dokkumer Ie

Am Dokkumer Ie

Marrekrite Liegeplatz für diese Nacht

Es ist jetzt 22:30 und immer noch Dämmerung. Man merkt schon, dass das etwas nördlicher liegt als Unterentfelden. Die Morgendämmerung habe ich hier bis jetzt noch nie wach erlebt 😀 .

Übersicht über die heute gefahrene Etappe

Der Start ist beim mit 1 bezeichneten und das Ziel beim mit 2 bezeichneten Kreis.
Die gefahrene Route ist mit roten Punkten markiert.

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Montag, 11.06.2018  -  Nördlich von Leeuwarden - nördlich von Zwaagwesteinde

Heute fahre ich zuerst bis nach Dokkum. Das ist ein sehr schönes Städtchen. Dort mache ich eine Pause, und schaue mir den Ort auch noch mit dem Velo an.

Dokkum, nördliche Durchfahrt

Dokkum, mit dem Velo unterwegs

Dokkum, nördliche Durchfahrt

Mit Dokkum habe ich den nördlichsten Punkt meiner Bootstour erreicht. Die Zeit rast nur so dahin und heute Abend ist bereits Halbzeit. Somit muss ich langsam an die Rückkehr denken, damit ich am Donnerstag-Abend wieder in Terherne bin. Also fahre ich jetzt ein Stück Richtung Osten und dann südlich, später süd-westlich weiter.

Erste Brücke nach Dokkum. Für Boote, welche die Brücke in geschlossenem Zustand passieren können, gilt die mit dem kleinen gelben Licht markierte Durchfahrt. Das kann auch die Haupt-Durchfahrt sein, dann befindet sich das gelbe Licht zwischen den beiden roten.

Nach Dokkum auf dem Verbindungskanal Richtung Süd-Ost.

Kurz vor Zwaagwesteinde finde ich einen schönen Marrekrite Liegeplatz. Dort mache ich fest für die Nacht. Nach einem erfrischenden Bad geniesse ich den Abend.

Der Marrekrite Liegeplatz für diese Nacht.

Übersicht über die heute gefahrene Etappe

Der Start ist beim mit 2 bezeichneten und das Ziel beim mit 3 bezeichneten Kreis.
Die gefahrene Route ist mit roten Punkten markiert.

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Dienstag, 12.06.2018  -  Nördlich von Zwaagwesteinde - Burgum - Pricenhof

Heute fahre ich weiter Richtung Süden durch Zwaagwesteinde und erreiche dann das Burgumer Mar. Das ist ein Binnensee. Der Prinses Margriet Kanal, dem ich in der ersten Etappe Richtung Nord-Osten bis kurz nach Grou gefolgt bin, führt hier quer durch den See. Er wird durch eine Strasse von roten und grünen Bojen markiert.

Der Prinses Margriet Kanal ist etwa das, was für die Autos eine Autobahn ist, also quasi eine Schiffbahn. Die Fahrbahn ist breit und überall mindestens 3.8 Meter tief. Es können hier Schiffe vom Typ Grosses Rheinschiff verkehren. Die zulässige Höchstgeschwindigkeit beträgt 12.5 km/h und die wird von den grossen Töndern voll ausgeschöpft. Ich fahre meist nur mit 7 km/h. Langsamere habe ich bis jetzt nicht angetroffen, deshalb werde ich nur überholt. Das kratzt aber nicht an meinen Selbstbewusstsein (jedenfalls nicht fest 😀).

Ich fahre noch senkrecht auf den Prinses Margriet Kanal zu, auf dem das Frachtschiff vor mir verkehrt.

Jetzt bin ich auch auf den Prinses Margriet Kanal eingebogen und folge dem Frachtschiff von vorher.

Wenn man am Steuer schläft und dann nach langem wieder mal in den Rückspiegel schaut, kann man schon leicht erschrecken.

Ja, das war der.

Jetzt hat's Brummi geschafft und mich kläglich abgehängt.

Von den Brummies hat's hier jede Menge.

Schon wieder einer.

Und noch einer.

Und dann noch die Margarethe.

Nach Burgum geht's nochmals durch einen kleinen Binnensee und dann zweige ich links ab Richtung Princenhof. Princenhof ist ein Naturschutzgebiet und Nationalpark und besteht aus vielen Seen in einer wunderbaren Moorlandschaft. Die Wassertiefe ist meist nur um 1.0 Meter, also gerade noch OK für mich.

Earnewâld (oder Eernewoude auf friesisch) ist ein kleines Dorf im Princenhof. Hier steht auch ein Passantenhafen zur Verfügung.

Scheinbar frieren diese Seen im Winter zu und dann wird Eisschnelllauf betrieben.

Hier wird es richtig eng. Es ist sehr idyllisch.

Segelschiff auf dem Prinsendyk

Hier, auf diesem Marrekrite Liegeplatz (es hat hier viele davon) beabsichtige ich über Nacht zu liegen.

Es ist geschafft und ...

... Zeit für den Apéro.

Man soll ja bekanntlich den Tag nicht vor dem Abend loben. Ich mache es aber trotzdem: Diese Ferien sind absolut nach meinem Gusto. Ich bin begeistert und hoffe, dass mir die verbleibenden zwei Tage auf dem Boot auch noch Spass machen.

Übersicht über die heute gefahrene Etappe

Der Start ist beim mit 3 bezeichneten und das Ziel ...

... beim mit 4 bezeichneten Kreis.
Die gefahrene Route ist mit roten Punkten markiert.

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Mittwoch, 13.06.2018  -  Pricenhof - Akkrum - Joure - Langwarder Wielen

Die heutige Etappe ist bereits die zweitletzte, denn morgen Abend muss ich mit dem Boot wieder an der Basis in Terherne sein. Das heisst, das heutige Etappenziel muss sich in Tagesdistanz zu Terherne befinden.

Ich fahre heute also vom Nationalpark Princenhof auf schwach frequentierten, schmalen Kanälen (genau das Gegenteil vom Prinses Margriet Kanal) und über Seen via Akkrum und Joure zum Langwarder Wielen (ein See bei Langweer).

Flussdampfer vor Akkrum

Bei der Einfahrt nach Akkrum

In Akkrum hat es wieder eine Eisenbahn-Drehbrücke ohne Fahrleitung. Leider kommt gerade kein Zug. Die Brücke muss für mich nicht geöffnet werden.

Akkrum bei einer Spazierfahrt mit dem Velo

Segelhafen bei der Ausfahrt aus Akkrum

Zwischen Akkrum und Akmarijp

Die folgende Brücke ist von fester Bauart, kann also nicht gehoben oder gedreht werden. Die Bauart und die Durchfahrts-Höhe und -Breite jeder Brücke ist in der offiziellen Waterkaart aufgeführt. Bevor man eine Route plant, muss man prüfen, ob man mit seinem Boot überhaupt bei allen bei der Route befahrenen Brücken durchpasst. In diesem Fall ist die Brücke mit einer Höhe von 25 dm in der Karte aufgeführt. Mein Boot hat eine Höhe von 22.5 dm, also reicht es. Selbstverständlich muss auch der Wasserstand mit berücksichtigt werden. Der ist aber im Moment etwa auf Standard-Höhe. Wie die Höhe und Breite der Brücken ist auch die Tiefe der Kanäle in der Waterkaart aufgeführt. Alle Masse sind in dm (Dezimeter).

Die Brücke in Akmarijp ist von fester Bauart, kann also nicht geöffnet werden.

Fahrt durch Akmarijp

Bei der Einfahrt nach Joure.

Auch Joure besuche ...

... ich mit dem Velo.

Wie könnte es anders sein? Auch für diese Nacht habe ich wieder einen ruhigen Marrekrite Liegeplatz gefunden.

Übersicht über die heute gefahrene Etappe

Der Start ist beim mit 4 bezeichneten und das Ziel beim mit 5 bezeichneten Kreis.
Die gefahrene Route ist mit roten Punkten markiert.

Wie man auf der Karte sieht bin ich jetzt komfortabel nahe an der Basis (Punkt 0). Auch bei einer kleineren Panne wäre jetzt eine rechtzeitige Rückkehr noch sehr wahrscheinlich.

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Donnerstag, 14.06.2018  -  Langwarder Wielen - IJlst - Terherne

Letzte Etappe. Ich bin wieder unterwegs. Den Weg nach IJlst will ich auf möglichst kleinen Kanälen und auf Seen zurücklegen.

Schon bald begegne ich einer Selbstbedienungsbrücke, die für mich zu niedrig ist. Sie muss also geöffnet werden, damit ich durchfahren kann.

Selbstbedienungsbrücke

Das würde eigentlich so funktionieren: An den Steg fahren, Matrose an Land schicken um die Brücke zu öffnen, bei offener Brücke durchfahren, Matrose schliesst Brücke wieder, Matrose am anderen Steg abholen und weiterfahren.

Da ich aber Kapitän und Matrose in Personalunion bin, ist es etwas komplizierter: An den Steg fahren, festmachen, aussteigen, Strasse auf rot schalten, Barrieren schliessen, Brücke öffnen, einsteigen, losmachen, Brücke passieren, an den anderen Steg fahren, festmachen, aussteigen, Brücke schliessen, Barrieren öffnen, Strasse auf grün schalten, einsteigen, weiterfahren.

Nun, weil das spannend ist, beschliesse ich es durchzuziehen. Da es sich nur um eine kleine Strasse handelt, die zu einem einzelnen Bauernhof führt, werde ich kaum jemanden stören, auch wenn das Manöver lange dauern sollte. Leider scheitert das Öffnen der Brücke, weil der Öffnungsmechanismus nicht funktioniert.

Steg zum aussteigen

Bedienungsanleitung

Strasse gesperrt, Brücke bereit zum Öffnen.

Öffnungsmechanismus

Leider funktioniert hier etwas nicht. Das Handrad dreht frei, ohne etwas zu bewegen. Man müsste das Pedal betätigen, damit das Getriebe einrastet. Aber dieses Pedal lässt sich leider (auch mit meinem ganzen Gewicht) keinen Millimeter bewegen.

Ich muss das Vorhaben aufgeben und umkehren. Der dadurch entstehende Umweg hält sich aber in Grenzen.

Anmerkung (diesen Absatz habe ich später nach der Rückkehr an der Basis in Terherne geschrieben): Nachdem ich nach dem Feierabend die Bedienungsanleitung der Selbstbedienungsbrücke nochmals gelesen habe, fällt es mir wie Schuppen von den Augen. Da muss doch ein Verriegelungsmechanismus zwischen den Barrieren und dem Brücken-Öffnungs-Mechanismus bestehen. Die Brücke darf doch nicht geöffnet werden können, wenn die Barrieren nicht geschlossen sind. Die Barrieren waren zwar zu, aber eben nicht verriegelt, wie das in der Bedienungsanleitung angedeutet ist. Holländisch müsste man können! Das war doch der Grund, warum ich das Pedal nicht niederdrücken konnte.
Ach ich blutiger Amateur !!!! 🤥🤥🤥 Jetzt muss ich halt nächstes Jahr wieder hierhin.

Jetzt führt mein Weg quer über den Prinses Margriet Kanal, der hier einen kleinen See überquert. Prompt begegne ich wieder den Brummies.

Milkyway auf dem Prinses Margriet Kanal

Das fehlt mir noch, dass ich auf meinem Bötchen die Brücke mechanisch anheben und absenken kann.

Bugstrahlruder: Bis jetzt habe ich immer den Standpunkt vertreten, dass ein Bugstrahlruder bei einem Hausboot reiner Luxus ist, quasi etwas für Warmduscher.
Wenn man allein unterwegs ist und es so stark windet wie hier, sieht das aber ein wenig anders aus. Ich war diese Woche jedenfalls sehr froh um diese Einrichtung.

Hier windet es wirklich stark

Der Wind wird hier mit solchen Lüftern gemacht 🙂

Einfahrt nach IJlst

Durch IJlst fahre ich mit dem Velo um das Dorf anzuschauen und Brot zu holen.

In IJlst

In IJlst

So, Mittagspause vorbei. Jetzt fahre ich zurück nach Terherne an die Basis. Ich nehme dazu einen möglichst direkten Weg.

Hier bin ich wieder mal auf dem Prinses Margriet Kanal

Der Prinses Margriet Kanal führt quer durchs Sneekermeer. Ich verlasse die Bojenstrasse und fahre etwa 300 Meter daneben. Da es mehr denn je windet, ist der See entsprechend unruhig. Es schaukelt jedenfalls ziemlich fest.

Als Kanal-Böötler bin ich mich das Schaukeln nicht gewöhnt. Aber ich finde es spannend.

Der ist schneller als jedes Boot hier

Ich bin wieder an der Basis. Das Boot ist aufgetankt und parkiert. Jatzt mache ich noch einen kurzen Besuch im Dorfladen, um ein Bierchen zu holen.

Die lässt sich nicht aus der Ruhe bringen und ...

... schaut nicht einmal auf für die Fotosession

Übersicht über die heute gefahrene Etappe

Der Start ist beim mit 5 bezeichneten und das Ziel beim mit 6 bezeichneten Kreis.
Die gefahrene Route ist mit roten Punkten markiert.

Leider ist diese Tour jetzt schon zu Ende. Ich habe viel erlebt und diese Ferien ausgiebig genossen. Es hat mir ausgesprochen gut gefallen. Alles hat geklappt (ausser das mit der Selbstbedienungsbrücke 😉). Es hat keine Pannen gegeben und es ist nichts passiert, aber die Zeit ist viel zu schnell vergangen. Ich hoffe sehr, dass ich etwas Ähnliches wieder einmal machen kann.
Grosser Dank geht an Vreni und Ruedi, die mich zu dieser Tour inspiriert haben.

Ich bin in dieser Woche mit der Boekanier 163 km gefahren. Der Motor ist dazu 31.2 Stunden gelaufen. Auf dem ganzen Weg gab es keine einzige Schleuse. Ich fuhr also die ganze Woche auf einer Höhe von 3 Metern unter Meer.

Morgen Freitag zwischen 08:30 und 09:00 wird noch das Administrative erledigt und dann geht's mit Bus, Bahn, Bahn, Bahn, Bahn, Bahn und Bahn wieder nach Unterentfelden. Die Rückfahrt wird kaum etwas Besonderes sein. Die muss ich einfach absitzen.

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